Argumentations- und Handlungstraining gegen Rechts
Versuch einer Wortergreifung

Nazis versuchen vermehrt, politische Handlungsfelder mit ihrer menschenverachtenden Ideologie zu besetzen. Dies kann ihnen u.a. nur deshalb gelingen, weil rechtes Gedankengut kein Randphänomen, sondern ein Problem aus der „Mitte der Gesellschaft“ ist. In einigen Regionen der Bundesrepublik hat sich der Diskurs weit vom demokratischen Grundkonsens wegbewegt.  

Eine rassistische Bemerkung, ein Witz über Homosexuelle, der Besuch einer NPD-Infoveranstaltung, die Teilnahme an Naziaufmärschen, das Verprügeln von Punks ... Wo fängt rechtes Denken und Verhalten an? Ab wann sind wir gefordert zu reagieren? Wie kann ich aktiv werden?
 
Diese Fragen sind Schwerpunkt des Argumentations- und Handlungstrainings des Netzwerks für Demokratie und Courage. Ziel des Trainings ist es, rechte Einstellungen frühzeitig zu erkennen, argumentativ zu widerlegen und rechten Aktivitäten wirksam entgegenzutreten. Es gilt verständliche Alternativen anzubieten, welche Grund- und Menschenrechte stärken.

Aufbau des Trainings

Es werden inhaltliche Grundlagen zu rechter Ideologie und Argumentationstechniken sowie Handlungsoptionen erarbeitet. Dabei werden sowohl Fakten gegen rechte Argumente als auch prinzipielle Dekonstruktionsansätze menschenverachtender Aussagen erarbeitet.

Im Handlungspart wird das eigene Auftreten erprobt, denn wir alle kennen "das wacklige Gefühl" in den Beinen, den Eindruck, den "richtigen Moment" des Eingreifens verpasst zu haben oder das eigene Anstandsgefühl, das einen hemmt, dem Gegenüber das Wort abzuschneiden oder sie/ihn des Raumes zu verweisen. In praktischen Übungen werden die eigenen Hemmungen thematisiert und das konsequente Auftreten gegenüber Rechten ausprobiert.

Daran anschließend wird die eigene Argumentation gegen Rechts trainiert. "Endlosdiskussionen", das "Springen vom Hundertstel ins Tausendstel" sind bekannte Probleme aus der Diskussion mit Rechten. Ausgehend von der Zielgruppe nichtrechter Menschen bzw. MitläuferInnen werden Strategien erprobt, die die Menschen ansprechen und den Nazis den Wind aus den Segeln nehmen.

Der Grundaufbau eines Tagesseminars gliedert sich in:

  • rechte Einstellungen
  • rechte Ideologie erkennen (Text, Video, Musik)
  • theoretischer Input zum Handeln und Argumentieren gegen Rechts
  • Argumentationsübung zur inhaltlichen Erwiderung
  • Handlungs- und Argumentationstraining

Vertiefungsthemen

Innerhalb eines Tagesseminars kann (muss aber nicht) auf einen der folgenden Punkte vertieft eingegangen werden. Bei dem Wunsch nach einem intensiven Training und der Beschäftigung mit mehreren Themen ist die Vereinbarung eines mehrtägigen Seminars notwendig.

Vertiefungsbausteine zu aktuellen Themen rechter Propaganda und den Möglichkeiten der Entgegnung:

  • Rassismus / Ethnopluralismus
  • Das nazistische Gesellschaftsmodell der Volksgemeinschaft
  • Soziale Frage von Rechts? Umgang mit völkischer Kapitalismuskritik
  • Rechtes Engagement zur sexualisierten Gewalt gegen Minderjährige („Todesstrafe für Kinderschänder“)
  • Auseinandersetzung mit der aktuelle Nazikampagne „Demokraten bringen uns den Volkstod“

Weitere Intensivierungsmöglichkeiten:

  • Ursachen rechter Einstellung und Verhaltens
  • der Extremismusansatz und seine Fallstricke im demokratischen Engagement
  • Umgang mit Nazis auf Veranstaltungen

Rahmenbedingungen

Das Seminar kann keine Anleitung zum Herauslösen überzeugter Nazis aus rechten Strukturen bieten, sondern setzt an dem Punkt der Unterstützung nicht-rechter/demokratischer Menschen an und bietet Ansatzpunkte zur Diskussion und zum Umgang mit sogenannten "Mitläufern" und „Mitläuferinnen“. 

Je nach gewünschter Intensität kann das Training als Ein- oder Mehrtagesveranstaltung durchgeführt werden. Wir empfehlen, mindestens zwei Tage einzuplanen. Dabei ist auch ein modularer Aufbau in Form von gestaffelten, zeitnahen Eintagesveranstaltungen möglich.

Mindesteilnehmendenzahl sind 12 Personen (max. 20 Personen). Es werden ein entsprechender Raum, Beamer, Pinnwand, Flipchart und Moderationsmaterialen benötigt.

Das Training wird von zwei ausgebildeten und qualifizierten TrainerInnen des "Netzwerks für Demokratie und Courage" durchgeführt.

Ausgeschlossen von unseren Trainings sind Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Das Vermerken der Ausschlussklausel auf eigenen Veranstaltungsankündigungen ist Voraussetzung zur Durchführung des Trainings.

Bundesweit durchführbar

Bei Interesse, Nachfragen und zur Buchung wenden Sie sich bitte an:

Netzwerk für Demokratie und Courage e.V.
Bundesgeschäftsstelle // Thomas Ehrig
Könneritzstraße 5
01067 Dresden

Tel.: +49 (0) 351 48100 62
argu@netzwerk-courage.de


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