Service Learning & zivilgesellschaftliches Engagement: Eine Kooperation zwischen dem NDC und dem Institut für Psychologie und Pädagogik an der Universität Ulm
Projekttage des NDC gibt es ab sofort auch in der Region Ulm. Ansprechpartnerin ist Claudia Rodopman (Mail: claudia.rodopman@uni-ulm.de)
Service Learning & zivilgesellschaftliches Engagement:

Eine Kooperation zwischen dem Netzwerk für Demokratie und Courage e.V. und dem Institut für Psychologie und Pädagogik an der Universität Ulm.

von Claudia Rodopman

Seit Anfang des Jahres gibt es am Institut für Psychologie und Pädagogik der Universität Ulm ein neues Projekt: „Service Learning“.

„Service Learning“ist eine didaktische Methode, die universitäre Lehre mit konkreten Praxisprojekten verbindet. Das in den 80er Jahren in den USA entstandene Konzept wird mittlerweile auch in Deutschland an vielen Universitäten, Fachhochschulen, Technischen Hochschulen und auch Schulen angewandt. Theoretische Inhalte („Learning“), werden im gemeinnützigen Bereich als „Service“ praktisch angeboten. In den USA ist das ehrenamtliche Engagement während des Studiums schon sehr lange verankert. Viele Studierende haben den Wunsch für das Privileg studieren zu können, der Gesellschaft dafür etwas zurück zu geben. Ein Beispiel für „Service Learning“ in Deutschland ist die Universität Mannheim. Dort bieten seit 2003 verschiedene Institute „Service Learning“ an. Sie haben unterschiedliche Kooperationspartner/innen: Studierende der Erziehungswissenschaften geben z.B. Schüler/innen Nachhilfe, Studierende der Sozialwissenschaften arbeiten mit dem Arbeitslosenzentrum und den Asylunterkünften in Mannheim zusammen usw. In der Wirtschaftspädagogik ist Service Learning mittlerweile fester Bestandteil der Bachelor Ausbildung.

Interessierte Studierende/Schüler/innen können ihr fachlich erworbenes Wissen anwenden und (meist) in die Praxis umsetzen. Im Rahmen des Studiums/ihrer Schulzeit bekommen sie die Möglichkeit ehrenamtlich tätig zu werden.Die Projektpartner/innen profitieren von demerworbenen Wissen und dem Engagement der Studierenden/ Schüler/innen und bekommen eine Unterstützung, die sie sich oft nicht leisten können.Das Lehrpersonal an der Universität/Schule erhält dadurch auch direktes feedback, ob der Lerninhalt umsetzbar ist bzw. welche Problemstellungen auftauchen. Motivierte Studierende/Schüler/innen können mit ihrem Praxisbezug im Unterricht punkten. Alle Seiten profitieren von „Service Learning“.

Auch das Institut für Psychologie und Pädagogik der Universität Ulm bietet seit Anfang diesen Semesters Studierenden die Möglichkeit sich ehrenamtlich für die Gesellschaft zu engagieren.  Für eine bestimmte Zeit, die sie erbringen müssen, bekommen sie eine bestimmte Anzahl ECTS-Punkte.

Der erste Kooperationspartner des Instituts ist das „Netzwerk für Demokratie und Courage e.V. (NDC)“. Das Netzwerk existiert mittlerweile in fast allen Bundesländern und hat sich zur Aufgabe gemacht gegen diskriminierendes und rassistisches Gedankengut an Schulen, Berufsschulen und Jugendeinrichtungen aufzutreten und demokratiefördernde Bildungsarbeit zu leisten. In den 90ern wurden methodisch-didaktische Konzepte erarbeitet, um Projekttage an Schulen durchführen zu können, die Jugendliche zu couragiertem und demokratischem Handeln ermutigen. Es gibt verschiedene Projekttage zu verschiedenen Themen. Es wird dabei auf den klassischen Frontalunterricht verzichtet und u.a. erfahrungsbasierte Spiele eingesetzt. Die angewendeten Methoden werden alle zwei Jahre basisdemokratisch auf bundesländerübergreifenden Kongressen reflektiert und erneuert. 

Die Konzepte sind auf verschiedene Ziel- und Altersgruppen ausgerichtet: hauptsächlich werden Projekttage ab der 8. Klasse durchgeführt, es gibt mittlerweile aber auch Konzepte für die 5. und 6. Klasse. Auch für Lehrer/innen oder Ausbilder/innen gibt es Fortbildungen, die auf der Homepage des „Netzwerk für Demokratie und Courage e.V.“ zu finden sind.

In Ulm und Umgebung ist das Netzwerk für Demokratie und Courage bisher noch wenig bekannt. Wir wollen hiermit Schulen über unser Projekt informieren und sie auffordern, Projekttage zu buchen. Projekttage sind für jede Klasse eine große Bereicherung. Sie bekommen von außen Hilfestellung und feedback bei evtl. Problemen innerhalb einer Klasse. Gegenseitiger Respekt und Verständnis stehen im Mittelpunkt der Projekttage. Schüler/innen bekommen hier Handwerkszeug, um Konflikte selbständig lösen bzw. auftauchende Probleme direkt diskutieren zu können. Sowohl als Prävention, als auch nachhaltig können Projekttage gut genutzt werden. Außerdem ist mit einem Projekttag keinerlei Mehrarbeit verbunden, da die beiden Teamer/innen alleine arbeiten.

Um einen Projekttag in Baden Württemberg leiten zu können, müssen Interessierte zukünftige Teamer/innen eine der sechstägigen Teamschulungen besuchen und danach bei erfahrenen Teamer/innen hospitieren.Die Projekttage bearbeiten u.a. die Themen: Diskriminierung, Vorurteile, Rassismus, Konflikte, Teamarbeit, Medien, Europa, Antisemitismus, Gleichberechtigung usw. Die „klassischen“ drei Projekttage sind: Projekttag A: Alles nur im Bilder im Kopf?, Projekttag B: Ihr macht den Unterschied! und Projekttag C: Egal? Geht nicht! Die Projekttage dauern sechs Schulstunden und sind für die Schulen kostenlos.

Die Projekttage können von Lehrer/innen auf der Homepage gebucht werden und die zuständige Person nimmt dann den Kontakt mit ihnen auf. Nach jedem Projekttag gibt es einenkurzen Evaluationsbogen, der von den Schüler/innen und der/dem betreffenden Lehrer/in ausgefüllt werden soll. Er gibt Auskunft über Erfolg/Misserfolg des Projekttages bzw. der angewandten Methoden.

Das Institut für Psychologie und Pädagogik der Universität Ulm hat schon einige Studierende ausgebildet und bietet auch im Herbst 2014 wieder eine Teamschulung an, bei der sich schon viele angemeldet haben. Interessierte erarbeiten sich dort die Durchführung der Projekttage durch die Anleitung zwei erfahrener Trainer/innen , diskutieren innerhalb einer überschaubaren Gruppe über die verschiedenen Themen und lernen dort methodisch-didaktische Konzepte zur Umsetzung. Immer zwei gut ausgebildete Personen (wenn möglich eine weiblich und eine männlich) gehen danach zusammen an eine Schule und führen einen Projekttag durch. Es gibt mittlerweile ein kleines NDC-Team in Ulm, dass gerne Projekttage an Schulen, Jugendbildungseinrichtungen o.ä. in Ulm und Umgebung machen und die Lehrer/innenbei Problemen unterstützten möchte.

Wenn sie Interesse haben, dann schauen Sie doch mal auf die Homepage des NDC und buchen vielleicht auch einen Projekttag.


Bei Fragen zu Service Learning und Kooperationsmöglichkeiten, melden Sie sich bei Claudia Rodopman: claudia.rodopman@uni-ulm.de


Kontakt- und Ansprechpartnerin des NDC für die Region Ulm:

Claudia Rodopman
E-Mail: claudia.rodopman@uni-ulm.de
Tel. 0731/50-31164

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13.03. - 19.03. TS-ABC

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