PRESSEBERICHT: „Demokratie muss gestärkt werden“
26. Oktober 2012

 Allgemeine Zeitung, 19.10.2012

"Demokratie muss gestärkt werden"

Landtagspräsident Mertes diskutiert mit Ingelheimer Schülern


„Wenn Schule nicht der Ort ist, der uns dazu führt, einfache Botschaften zu hinterfragen, dann gibt es danach nicht mehr viele Plätze.“ Schule als Ort der politischen Bildung, der kritischen Auseinandersetzung und der Toleranz - für den rheinland-pfälzischen Landtagspräsidenten Joachim Mertes war das bei seinem Besuch in Ingelheim ein ganz zentraler Aspekt. Im Gespräch mit Schülern des Sebastian-Münster-Gymnasiums (SMG) bekräftigte er ein ums andere Mal die Notwendigkeit, das Demokratieverständnis möglichst frühzeitig zu stärken. Dass am SMG in diese Richtung einiges geschieht, honorierte Mertes ausdrücklich.

Lob für Initiativen

Die von Schülern vorgestellten Initiativen bezeichnete er als vorbildhaft. Das mit rund 1800 Schülern größte Gymnasium im Land sei, so Mertes, ein „Biotop der Möglichkeiten“. Seit Mai 2010 trägt das SMG den Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“. Zudem ist man Modellschule für Partizipation und Mitglied im „Netzwerk für Demokratie und Courage“, das gerade vom Land den Preis für ein vorbildliches kulturelles Miteinander erhalten hat. Das Gymnasium hat sich den Einsatz für Demokratie und Toleranz auf die Fahnen geschrieben. Mit Leben gefüllt werden diese Ziele durch Aktionen, die von der Schulgemeinschaft initiiert und durchgeführt werden. Anlass für den gestrigen Besuch des Landtagspräsidenten war der Aktionstag „Jugend kreativ gegen Rechts“. Dabei wurde nicht nur über Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit diskutiert, es wurden auch zwei druckfrische Bücher vorgestellt, die zur kritischen Auseinandersetzung animieren sollen. Die Publikation „Gewalt von Rechts“ ist vor allem für Lehrer und Eltern gedacht und liefert Analysen, Hintergrundinformationen und Handlungsmöglichkeiten. „Einstieg rechts - Ausstieg…?“ dagegen hat als Zielgruppe die Jugendlichen selbst im Auge, die man durch jugendgerechte Texte für das Thema sensibilisieren will. Aus dieser Publikation lasen Bernadette Boos und Reiner Engelmann, die beiden Herausgeber, ausgewählte Texte vor.

In der von Dr. Una Patzke (Landeszentrale für politische Bildung) moderierten Diskussionsrunde machten die Schüler im Anschluss ausgiebig von der Gelegenheit Gebrauch, Fragen an die Referenten zu richten. Dabei war vor allem die Meinung des Landtagspräsidenten gefragt.

Thema Rechtsextremismus

Die Zehntklässler erkundigten sich, was das Land konkret gegen Rechtsextremismus tue oder was Joachim Mertes von einem NPD-Verbot halte. Gefragt wurde er auch, ob in sozialen Netzwerken eine Gefahr für die Demokratie bestehe. Eine Schülerin wollte schließlich wissen, inwieweit die Gesellschaft verpflichtet sei, rechtsextremistische Meinungen auszuhalten. Man dürfe sich nicht jener Mittel bedienen, die die Rechtsextremisten anwendeten, forderte Joachim Mertes. Vor allem Gewalt sei keine Lösung. Man müsse es mit Diskutieren versuchen - auch wenn dies im Einzelfall schwierig sei, so der Appell des Landtagspräsidenten an die Ingelheimer Gymnasiasten.

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