Die Jugendarbeit... einmal mehr vergessen
10. November 2010
Das Geld ist da. Die Regierung könnte die Jugendarbeit ausreichend fördern. Will sie es nicht?

Nach einem Bericht der Leipziger Volkszeitung will die sächsische Staatsregierung die zu erwartenden zusätzlichen Steuereinnahmen nutzen, um den geplanten Doppelhaushalt 2011/12 mit über 155 Mio Euro aufstocken. Der Jugendbereich könne dabei nicht mit Erhöhungen rechnen.

Möglichkeiten sind also da, nur der Wille fehlt.

Dabei tun sich gerade Koalitionspolitiker mit Anerkennung für Jugendarbeit hervor. Erinnert sei an:
„Auch die Förderung der Jugendfeuerwehren wurde aufgestockt“ (PM der Koalition vom 30.07.2010)
„Auch die kirchliche Jugendarbeit gibt Jugendlichen Halt und Orientierung“ ( Staatskanzlei, PM 29.10.2010)

Darüber hinaus erkennen Politikerinnen und Politiker der CDU- und FDP-Fraktion gern den Wert von Bildung an, zumindest dann, wenn er in schulischen Kontexten stattfindet:
„Gerade in einer Zeit, in der das lebenslange Lernen immer wichtiger wird und Bildung Sachsens Rohstoff Nummer 1 ist, bekennen wir uns klar zu den Volkshochschulen.“ (MdL Bläsner, PM 9.11.,2010)
„Der Fachkräftemangel droht zum Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung zu werden. Des-halb dürfen wird dort, wo die Fachleute von morgen ausgebildet werden, nicht sparen. Mit den zu-sätzlichen Mitteln sichern wir langfristig die hohe Qualität der Ausbildung an unserer Berufsakademie.“ (MdL Mackenroth, PM 8.11.2010)

Dabei übersehen sie, dass der Wert der außerschulischen Bildung in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen von Experten als immens hoch eingeschätzt wird.

André Schnabel, Vorsitzender des Kinder- und Jugendrings Sachsen e.V., meint dazu:
„Wir freuen uns, dass die Regierungskoalition den Wert der Bildung für Sachsen erkennt und zumindest bei Volkshochschulen und Berufsakademien die geplanten Kürzungen zurücknimmt. Die Abgeordneten Bläsner und Mackenroth lassen dabei unberücksichtigt, dass z. B. auch Jugendverbände traditionell Bildungsorte für Kinder, Jugendliche und junge Menschen sind. Neben der Demokratieerziehung und dem verbandsspezifischen Wissen erwerben die Kinder und Jugendlichen hier umfangreiche soziale Kompetenzen. Sie werden in ihrer Entwicklung zu selbstbestimmten, verantwortungsbewussten und engagierten Persönlichkeiten kompetent begleitet und unterstützt. Und nebenbei bemerkt: Die Jugendarbeit erfüllt hierbei staatliche Aufgaben!“ betont Schnabel. Er erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass gerade die Wirtschaft immer wieder das Fehlen der genannten Kompetenzen bei Lehrstellenbewerbern bemängelt. Gute Schulbildung allein reicht also offensichtlich nicht.

„Daher“, so Schnabel weiter, „fordern wir die Anerkennung der Bildungsleistung sächsischer Jugendverbände und Jugendeinrichtungen. Wir erwarten eine stabile Förderung der Jugendarbeit entsprechend den Bedarfen der jungen Menschen und orientiert an klaren fachlichen Standards. Bleibt es bei den erfolgten und weiterhin geplanten Kürzungen, kann die Jugendarbeit diesen Dienst an Staat und Gesellschaft nicht mehr so wirksam leisten, wie er angesichts der derzeitigen Entwicklungen notwendig ist. Sachen würde dadurch ärmer.“

Kontakt:
Kinder- und Jugendring Sachsen e.V.
Tzschimmerstraße 17, 01309 Dresden
Vorsitzender, André Schnabel
Tel.: 0351 31679-0 49
info@kjrs.de
www.kjrs-online.de

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