Liebe Kolleginnen und Kollegen vom Netzwerk,

HATiKVA braucht Eure Teamerinnen und Expertinnen. Sei es beim "Zug der Erinnerung" oder bei der Arbeit für das Lokale Handlungsprogramm der Landeshauptstadt Dresden: wir waren immer inspiriert von der Zusammenarbeit mit Euch, von den methodischen Ideen und Eurem Engagement gegen Antisemitismus. Ihr seid nötig für Sachsen, denn Ihr kommt dahin, wo es Anregung und Hilfe braucht, wo junge Leute sich allein fühlen gegen rechten Mainstream, wo Pädagoginnen noch lieber wegsehen, wo politisch Verantwortliche "kein Problem" haben. Wir finden die Kürzung der Mittel für Eure Arbeit unverantwortlich und wünschen Euch viele Unterstützerinnen und Unterstützer und die eine oder andere rechtzeitige politische Einsicht.

Gunda Ulbricht (HATiKVA)
Immer häufiger wird von Nachwuchskräften die Schlüsselqualifikation Sozialkompetenz gefordert. Sie ist ein wesentlicher Baustein in der persönlichen Entwicklung eines jungen Menschen. Schlüsselqualifikationen oder Sekundärkompetenzen wie Selbstbewusstsein, Eigeninitiative, Verantwortungsbereitschaft, Kooperationsfähigkeit, Vertrauen, Risikobewusstsein, Kritikfähigkeit usw. sind Faktoren, deren Bedeutsamkeit für den beruflichen Erfolg zunehmend wächst. Im Rahmen der beruflichen Ausbildung ist die gezielte Förderung und Entwicklung dieser Kompetenzen von zentraler Bedeutung für einen gelungenen Ausbildungsabschluss, da zunehmend mehr neben den fachlichen Fähigkeiten sozialkompetentes Verhalten der zukünftigen Mitarbeiter gefordert wird. In den Bildungsbausteine der Courage-Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit erhalten die zukünftigen Fachkräfte im Rahmen von Workshops eine gezielte Förderung und Stärkung dieser Kompetenzen. Diese Stärkung fördert bei den Jugendlichen Partizipation, Zivilcourage und demokratisches Engagement. Dafür steht die Arbeit der Courage-Werkstatt!

Ute Kötzsch, Berufsberaterin, Agentur für Arbeit Chemnitz
Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Menschenfeindlichkeit bedrohen unsere demokratische Gesellschaft.

Deshalb braucht auch Sachsen zivilgesellschaftliches Engagement, um unsere Demokratie zu bewahren. Jede und jeder von uns muss dazwischentreten, wenn Menschen ihre Würde genommen wird. Neonazis und Rassisten können sich nur die Räume nehmen, die wir ihnen überlassen. Dabei dürfen wir die Verantwortung nicht auf andere Menschen oder auf den Staat abschieben.
Leider behindert der Freistaat mit seinen aus meiner Sicht unverantwortlichen Kürzungen der Zuwendungen für das NDC eine hervorragende und wichtige Arbeit eines geachteten Trägers im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus.
Informationen, Aufklärung und Bildung sind die wirksamsten Mittel antidemokratischen und menschenverachtenden Tendenzen sowie Vorurteilen entgegen zu treten. Hierzu braucht es eine zuverlässige und dauerhafte Förderung!

Martin Oehmichen, Bündnis Buntes Radebeul (www.buntes-radebeul.de)

Das Netzwerk für Demokratie und Courage ist ein Exportschlager aus Sachsen - ich bin in Rheinland-Pfalz dazu gekommen, wo ich mich in Jugendverbänden wie Jusos, Falken und DGB Jugend und in Bündnissen gegen örtliche Nazi-Aktivitäten engagiert habe. Die Arbeit des NDC ist genau das, was mir im Widerstand gegen Nazis oft fehlte: Proaktives Handeln, präventive Arbeit! Das ganze existiert und noch dazu flächendeckend in ganz Deutschland und europäisch vernetzt und systematisch sich stetig weiterentwickelnd. Die Projektage greifen dort, wo es am Besten wirkt, bei jungen Menschen, die beginnen, sich ihre politische Meinung zu bilden und sich für ihr Engagement entscheiden.

Ich möchte diese Erfahrung einer bunten, lebendigen und durch und durch demokratischen Zusammenarbeit nicht missen und diese möglichst vielen neuen Engagierten weiter ermöglichen, darum braucht das NDC weiterhin gute Strukturen in allen Regionen Sachsens - und darüber hinaus.“

Karin Luttmann, Leiterin der Landesstelle für Frauenbildung und Projektberatung in Sachsen (www.frauenbildung-sachsen.de )
Bevor ich zum NDC kam, habe ich mich schon in verschiedenen NGOs zu Themen wie Menschenrechtsverletzungen oder Unterdrückung eingesetzt. Oft hat sich das wie ein Treten gegen Windmühlen angefühlt, da die Betroffenen weit weg und Ergebnisse wenig spürbar waren.
Beim NDC habe ich nach jedem Projekttag das Gefühl etwas bewegt zu haben. Es sind diese Momente, in denen man spürt, dass es bei der anderen Person „klick macht“. Zum Beispiel, wenn Vorurteile wie „Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“ und „ Die Ausländer liegen uns auf der Tasche“ aufgegriffen und Widersprüchlichkeiten sichtbar werden.
Oft müssen sich die Schüler und Schülerinnen erst daran gewöhnen eigene Meinungen zu äußern und Argumente zu finden. Vor allem, wenn es in der Klasse schon rechte Meinungsmacher_innen gibt. Ein Projekttag des NDC kann der Grundstein sein, dass Beleidigungen im Klassenraum hinterfragt werden und Jemand aufsteht und sagt: „Hey, warum benutzt du schwul als Schimpfwort?“. Dass junge Leute in die Klasse kommen und mich ermutigen couragiert gegen Diskriminierung vorzugehen, hätte ich mir selbst in meiner Schulzeit gewünscht.

Anne, Teamerin des NDC Leipzig
Ich bin 2008 Teamer im NDC geworden, weil  ich „Was“ gegen Nazis machen wollte. Bald erkannte ich für mich, dass menschenverachtende Einstellungen keine Probleme irgendwelcher konstruierten Ränder sind. Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Sexismus (die Aufzählung könnte noch weiter geführt werden) sind in der gesamten Gesellschaft verbreitet. Ob in Medien, am Stammtisch, in Gesetzen, beim Einkaufen, im Stadion oder auf dem Schulhof – überall treten menschenverachtende Einstellungen auf. Das macht mich wütend und traurig.
Im NDC habe ich die Möglichkeit gefunden, gegen diesen Zustand anzugehen – in Projekttagen oder Workshops mit jungen Menschen auf Augenhöhe über unsere Gesellschaft zu sprechen, mit ihnen zu erkennen, welche schlimmen Folgen z.B. Rassismus für Betroffenen haben und wie jeder Mensch etwas dagegen tun kann. Ob dabei  immer alle erreicht werden? Eher nicht. Aber ich bin mir sicher, dass das NDC Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken anregt und ermutigt, couragiert für eine demokratische Gesellschaft einzustehen.

Micha, Teamer des NDC Chemnitz
Vor 10 Jahren bin ich als junge Studierende zum NDC gekommen. Es war für mich phantastisch endlich eine Möglichkeit zu haben, mich wirkungsvoll gegen menschenfeindliche Einstellungen engagieren zu können. Mittlerweile bin ich Projektleiterin beim NDC in Sachsen und die Begeisterung packt mich immernoch, wenn Teams mit Feedbackkarten aus Projekttagen zurückkommen auf denen Dinge stehen wie: "Ich habe mehr gelernt als auf eine Karte passt."

Unterstützt uns dabei, dass auch dieses Jahr unsere Teams ins Land ausschwärmen müssen. Es ist dringend nötig, darin werden wir uns einig sein.

Nina Gbur, Geschäftsführerin der Courage Werkstatt: Für demokratische Bildungsarbeit e.V.  

Nie gab es im NDC den Moment, in dem ich nichts Neues mehr gelernt hätte - und ich bin seit den ersten Stunden dabei. Immer kamen neue Menschen, neue Ideen, neue Inhalte, neue Methoden, neue Partnerinnen und Partner dazu. Schulen, Betriebe, Vereine, Jugendclubs aus allen Regionen Sachsens wollen mit uns zusammenarbeiten. So wird Gutes immer noch besser.

Ich will, dass das so bleibt! Doch dafür brauchen wir Eure/Ihre Unterstützung, damit wir nicht die Lichter im Leipziger Standort löschen und uns aus der Region zurückziehen müssen.

Susann Rüthrich, Geschäftsführerin der Courage Werkstatt: Für demokratische Bildungsarbeit e.V.

 

Als ich 2009 als Projektmitarbeiter zum Team dazugetoßen bin, hatte ich schon viel vom NDC gehört. Dass junge Leute ehrenamtlich durch Sachsen fahren und an Schulen 6 Stunden lang gute Laune verbreiten und dabei wichtige Inhalte vermitteln und die SchülerInnen ermutigen, zu handeln, wenn Diskriminierung passiert - das hat mich schon damals beeindruckt.

Was ich dann kennenlernen durfte, war ein gelebter offener Umgang miteinander und eine Kultur des voneinander Lernens, wie ich es mir so nie hätte vorstellen können.

Beim NDC passiert nicht einfach Bildungsarbeit für mehr Offenheit, Wertschätzung und ein menschliches Miteinander - sie wird vorgelebt. Unterstützt uns dabei, noch viele junge Leute an diesem genialen Projekt teilhaben zu lassen.

Stefan Kraatz, Projektmitarbeiter des NDC in Chemnitz

Ich koordiniere seit 2009 die Arbeit im Leipziger Büro. Alleine gemessen an den Anfragen von SchulsozialarbeiterInnen, LehrerInnen und Jugendlichen nach Unterstützung durch uns, gibt es in der Leipziger Region viele Probleme mit menschenfeindlichen Einstellungen. Aber es gibt auch viele Menschen die etwas tun wollen. Dabei würden wir sie auch gerne in Zukunft unterstützen!

Carsten Völtzke, Projektmitarbeiter des NDC in Leipzig
"Wann kommt ihr wieder?" oder "Die Diskussionen waren spannend" sind zwei schöne Beispiele für Rückmeldungen aus den Schulklassen, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. In den Projekttagen wird deutlich, wie wichtig politische Bildungsarbeit ist und wie gerne junge Menschen gemeinsam diskutieren. Ich engagiere mich seit acht Jahren beim Netzwerk für Demokratie und Courage und will das auch weiterhin in ganz Sachsen tun. Das es notwendig ist, sich kritisch mit unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen zeigt der tägliche Blick in die Zeitung.

Danilo Ziemen, Projektmitarbeiter des NDC in Dresden
Zahlen beziehen sich auf alle online-evaluierten Veranstaltungen in Sachsen.
Aktuelle Termine 2016

Teamschulungen

19.09. - 24.09. TS-ABC (barrierefrei)
10.11. - 13.11. TS-E

Sonstige Termine


Derzeit keine geplant.

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