OASE - Open Air Sensibilisierung für politisches Engagement
NDC-Workshop: Jugend- und Erlebniswelt rechts
12. Mai 2010
Mit verschiedenen Workshops engagierte sich die Courage-Werkstatt – Netzstelle Leipzig in der „Initiative 8. Mai 2010 Leipzig“. Zusammen mit demokratiefördernden Vereinen und engagierten Einzelpersonen sowie Parteiabgeordneten hatte die Initiative sich zur Aufgabe gemacht, mit einer Demonstration und Aktionen auf dem Lindenauer Markt (Leipzig West) den 8.Mai 2010 als 65. Jahrestag der Befreiung von der Naziherrschaft zu gedenken, unter dem Motto „65. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg – Protesttag gegen das Nazizentrum in Lindenau“.

In Zusammenarbeit mit dem Verein Bon Courage e.V. haben sich 8 Teamende in Form von 30-minütigen Open-Air-Workshops sowie einem Infostand an den Aktionen auf dem Lindenauer Markt beteiligt. In den Workshops sprachen wir mit den Interessent_innen über die Themen Vorurteile, Umgang mit Nazis im kommunalen Umfeld und die Situation menschenverachtender Einstellungen im ländlichen Raum Leipzigs. Ein wichtiges Anliegen der Aktionen bestand auch darin, die Öffentlichkeit über die Bedeutung des NPD-Zentrums in der Odermannstraße (30 m vom Lindenauer Markt entfernt) aufzuklären.

Die vom NDC und Bon Courage e.V. angebotenen und im Wechsel stattgefundenen Workshops hatten folgenden Themenkanon:
- „Bunte Vielfalt statt brauner Einfalt – rechtsradikale Aktivitäten und Gegenstrategien im Leipziger Land“
- „Jugend und Erlebniswelt rechts“
- „Neonazis, rechtes Denken und was ich dagegen tun kann“
- „NPD im Leipziger Umland“

Je nach Thema gestaltete sich der Workshop als Vortrag oder als interaktive Präsentation, bei der die Meinungen und Erfahrungen der beteiligten Bürger_innen mit einbezogen wurden. Fragen und Themen wie „Was soll ich tun, wenn ich NPD-Propaganda im Briefkasten habe?“, „Welche NPD-Personen sitzen denn nun im Stadtrat?“ oder „Ich habe Angst, dass mein Junge in die Szene abrutscht! Was soll ich tun?“ wurden aufgegriffen und mit einbezogen.

Das OASE – Projekt kann als Erfolg und Auftakt zu weiteren Aktionen im öffentlichen Raum gesehen werden. Auch wenn mehr Besucher_innen auf dem Marktplatz erwartet wurden, waren die Workshops zu jeder Zeit gut besucht (12-25 Besucher_innen). Sowohl junge als auch ältere Bürger_innen wurden angesprochen, zeigten sich äußerst interessiert und brachten sich teilweise stark in die Diskussionen mit ein. Es gab Besucher_innen, die sich auch an mehreren Workshops hintereinander beteiligt haben. In Fällen, in denen die Teamer_innen mit „anderen“ Meinungen konfrontiert wurden (z.B. „Was genau wird als „rechts“ definiert?“), wurde sachlich argumentiert und die Gruppe mit einbezogen.

Wir denken, unsere Zielsetzung, die Bürger_innen über die Strukturen der Naziszene aufzuklären und sie zu einer größeren Wachsamkeit aufzufordern, ist umgesetzt worden. Einerseits erhielten die Beteiligten fundierte Informationen zu den verschiedenen Themen und eigenen Fragen, andererseits ergab sich in den Veranstaltungen eine Atmosphäre, in der die Leute sich angeregt fühlten, frei über ihre Eindrücke und Meinungen zu reden. Auch wenn 30-minütige Workshops nicht die Tiefe der Themen behandeln können, scheint es eine Möglichkeit zu sein, Bürger_innen, die sonst nicht viele Berührungspunkte mit solcherlei Themen (wie Neonazis, Rassismus, Reflexion der eigenen Diskriminierungserfahrung) im Alltag haben, ein Stück weit zu sensibilisieren und sie aufmerksam zu machen, ihr politisches Umfeld kritischer wahrzunehmen.

Zahlen beziehen sich auf alle online-evaluierten Veranstaltungen in Sachsen.
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