Aktiv gegen Antisemitismus – Ein digitaler Projekttag gegen Antisemitismus und Verschwörungsdenken

Aktiv gegen Antisemitismus 

– Ein digitaler Projekttag gegen Antisemitismus und Verschwörungsdenken

Gefördert durch digital.engagiert, einer Förderinitiative von Amazon und Stifterverband im Förderzeitraum vom 25.02.2021 bis 29.08.2021.


Hintergrund

Studien belegen eine deutliche Zunahme antisemitischer Vorfälle. Dies drückt sich u.a. in steigenden Gewalttaten ggü. Jüdinnen:Juden sowie jüdischen Einrichtungen aus, wie der Anschlag in Halle zeigt. Der Aufstieg rechtspopulistischer Strömungen hat die Grenzen des Sagbaren spürbar verschoben: Hassrede im Netz hat enorm zugenommen und stellt damit ein Einfallstor für Antisemitismus dar.

Die derzeitige Corona-Pandemie macht eine Arbeit in Schulklassen unmöglich, so dass Projekttage ausfallen und verschoben werden müssen. Gleichzeitig haben wir festgestellt, dass es nur wenige partizipative digitale Bildungsangebote zum Thema Antisemitismus gibt. Diese Lücke schließen wir mit unserem digitalen Projekttag zu Antisemitismus. Digitale Bildungsangebote sind indes nicht nur in Zeiten einer Pandemie von Vorteil, sondern ihre Bedeutung wächst auch angesichts des zunehmenden Digitalisierungsprozesses.


Projektziele

Ein Mittel, um dieser alarmierenden Entwicklung etwas entgegenzusetzen und Demokratie und Menschenrechte langfristig zu stärken, ist die politische Bildungsarbeit an Schulen. Ziel des Projektes war die Bearbeitung und Prävention von und Sensibilisierung für Antisemitismus in seinen diversen Erscheinungsformen. Anhand der Durchführung von digitalen Bildungsveranstaltungen erwarben unsere Zielgruppen Jugendliche und junge Erwachsene (Multiplikator_innen) Argumentations- und Handlungskompetenzen, um sich couragiert gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit in ihrem Alltag einzusetzen.

Jugendliche sollten dazu Angebote und die Möglichkeit bekommen, sich zu aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus zu informieren, mit anderen auszutauschen und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten und auszuprobieren. Ziel war es, sie zu befähigen, das erworbene Wissen und die Erfahrungen aufzubereiten und an andere Jugendliche weiterzugeben. Zentrale Aspekte sind der “peer-to-peer-Ansatz” sowie die Lebenswelt- und Handlungsorientierung des Projektes. Das heißt, die Jugendlichen wurden von nur knapp älteren freiwillig engagierten jungen Menschen aufgeklärt und sensibilisiert sowie für eine längerfristige Auseinandersetzung gewonnen.

Erreichen wollten wir dies durch die Neukonzeptionen eines digitalen Bildungsangebotes für Jugendliche ab 15 Jahren zum Thema Antisemitismus. Bei der Konzeption orientierten wir uns an einem bestehenden analogen Projekttag zum Thema und griffen auf unsere langjährige Erfahrung in der Konzeption von Bildungsangeboten zurück.


Motivation und Inhalte

Nicht zuletzt die aktuelle Corona-Pandemie hat uns dazu bewogen, unsere Bildungsangebote auch digital zur Verfügung zu stellen, um für Antisemitismus in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen zu sensibilisieren und unsere Zielgruppen zu erreichen. Durch den Ausfall von Schulprojekttagen besteht die Gefahr, dass unsere ehrenamtlich engagierten jungen Erwachsenen (Teamenden) durch fehlende Einsatzmöglichkeiten das Projekt verlassen. Wir sehen die Erarbeitung und Erprobung des digitalen Bildungsangebotes daher auch als Möglichkeit der Teambindung. Wir politisieren die Multiplikator_innen und befähigen und begeistern sie, sich zivilgesellschaftlich zu engagieren und ihr erworbenes Wissen an andere Jugendliche weiterzugeben. Mit der digitalen Konzepterarbeitung sollen potentielle Berührungsängste ggü. einer digitalen Bildungsarbeit ab- und Kompetenzen in diesem Bereich aufgebaut werden.

In einer digitalen Konzepterarbeitung entstand ein niedrigschwelliges digitales Bildungsangebot, das unsere Zielgruppen Jugendliche und junge Erwachsene für Antisemitismus in seinen Ausprägungen sensibilisiert, zum couragierten Handeln im Alltag motiviert und zur weiteren thematischen Beschäftigung angeregt. Die Teamenden erweiterten ihre Kompetenzen zur digitalen methodisch-didaktischen Aufbereitung und Vermittlung von Wissen und partizipationsaktivierenden Lernmethoden.

Am Ende der Förderphase lag somit ein einsatzfähiges digitales Projekttagskonzept vor, mit dem es möglich wurde, pro Durchführung eines digitalen Projekttages, ca. 25 TN zu erreichen, womit bei 30 Projekttagen innerhalb eines Jahres insg. etwa 750 Jugendliche erreicht werden konnten, die die Inhalte auch in ihrem sozialen Nahraum verbreiten. Sie sollten zudem für die politische Bildungsarbeit motiviert werden sowie dazu, selbst Bildungsveranstaltungen zu organisieren oder im Rahmen des NDC durchzuführen. Die Projekttage werden stets von zwei Teamenden durchgeführt, die in eigens entwickelten Teamschulungen qualifiziert wurden. Auf diese Weise ist es uns möglich, innerhalb eines Jahres 60 junge Erwachsene zu erreichen, die ihre erlangten Kompetenzen in ihrer Arbeitswelt, die oft ebenfalls im pädagogischen Bereich liegt, anwenden können.


Projektbetreuung und Umsetzung

Es wurden drei erfahrene NDC-Trainer_innen und acht Teamende an der Konzepterarbeitung beteiligt. Letztere sind Expert_innen bei der Umsetzung der Bildungsangebote, d.h. ihre Kompetenzen und Erfahrungen in der Durchführung des analogen Projekttages zu Antisemitismus werden für die digitale Neukonzeption genutzt. Sie haben den digitalen Projekttag erprobt und konnten ihre Expertise somit weiter vertiefen.
Das Team wurde hierbei von zwei hauptamtlichen Projektmitarbeiter_innen unterstützt. Diese waren auch für die logistische und administrative Umsetzung des vorliegenden Projektes zuständig.


Zahlen beziehen sich auf alle online-evaluierten Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt.
Aktuelle Termine 2022

Teamschulungen

03.05. - 08.05. TS-ABC
27.09. - 02.10. TS-ABC


Konzeptüberarbeitungen

05.04. - 10.04. KÜ-D


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