ZusammenWachsen
Ein erstes Highlight des Projekts "ZusammenWachsen" ist ein Jugendkongress vom 24.7. bis 26.7. in Kirkel. Hier gibt's dazu Informationen (PDF, 3,85MB).
ZusammenWachsen: Vernetzung, Kooperation und Jugendbildung im Themenfeld Antiziganismus“


Unser Projekt „ZusammenWachsen: Vernetzung, Kooperation und Jugendbildung im Themenfeld Antiziganismus“ startete im Februar 2015. Es wird uns in den nächsten fünf Jahren begleiten.

Antiziganismus beschreibt die Diskriminierung von Menschen, die als „Zigeuner“ stigmatisiert werden. Mit diesem Stigma sind spezifische Zuschreibungen und Stereotype verbunden, die gesellschaftlich weit verbreitet sind, soziale Strukturen und gewaltförmige Praxen entwickelt haben und eine große Wirkmächtigkeit entfalteten. In Besonderem Maße trifft diese Diskriminierungsform Sinti_ze und Rom_nja. Antiziganismus ist kein neues Phänomen, sondern verbreitete sich bereits im 15./16. Jahrhundert in Europa. Zu dieser Zeit bildete sich sowohl die Grundlage für die noch heute gängigen „Zigeunerbilder“, wie sie in Büchern, Filmen, etc. weit verbreitet sind, als auch die Verfolgung von Sint_ze und Rom_nja in ganz Europa heraus. Den tragischen Höhepunkt erreichte diese Verfolgung und Vernichtung während des Nationalsozialismus, im Zuge dessen geschätzte 500.000 europäische Sinti_ze und Rom_nja getötet wurden.

Aber auch nach 1945 endete weder die Wirkmächtigkeit von Antiziganismus noch die Verfolgung und Diskriminierung von Sinti_ze und Rom_nja. Wie die Einstellungsstudie „die stabilisierte Mitte“ belegt, unterstellen 55,9% der Befragten Sinti_ze und Rom_nja eine Neigung zu Kriminalität. Zudem befürworten 47,1% die Verbannung derselben aus den Innenstädten. Die weite Verbreitung dieser Einstellungen bleiben nicht nur Gedanken, sondern führen zu verschiedenen diskriminierenden Handlungen, die von Antiziganismus Betroffene in ihrem Leben einschränken und bedrohen.

Als ein erschreckendes Beispiel können die gewaltvollen Bedrohungen und die pogromhafte Hetze gegen die Bewohner_innen des Häuserbezirks in den Peschen 3-5, in dem Rom_nja lebten, von 2012-2014 in Duisburg genannt werden. Rechtspopulistische bzw. neonazistische Gruppen und Parteien wie die AfD, Pro NRW und die NPD nutzten diese aufgeladene Stimmung der Duisburger Bürger_innenschaft und veranstalteten gutbesuchte Kundgebungen vor diesen Häusern. Die Stadt reagierte indem sie die Häuser als unbewohnbar deklarierte und gemeinsam mit dem Vermieter im August 2014 die Zwangsräumung veranlasste. Die nun ehemaligen Bewohner_innen erhielten keinerlei Unterstützung bei der Wohnungssuche.

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass gerade Sinti_ze und Rom_nja bei Wohnungs- und auch Arbeitssuche aufgrund antiziganistischer Einstellungen große Schwierigkeiten haben und dies sich in extremer Weise auf Möglichkeiten der Lebensgestaltung auswirkt. Des Weiteren zeigt das Beispiel wie weit verbreitet und mobilisierungsfähig antiziganistische Ressentiments sind und in gewaltvolle Handlungen umgesetzt werden. Nicht zuletzt zeigt es aber auch, dass Antiziganismus in Behörden und staatlichen Institutionen Maßnahmen und Gesetzgebungen beeinflussen kann. Dabei steht Duisburg nicht für sich allein, sondern ist nur eines von unzähligen Beispielen für die antiziganistische Handlungen.

Als antirassistisches Bildungsprojekt erscheint es uns notwendig uns ebenso kritisch mit Antiziganismus auseinanderzusetzen, antiziganistische Handlungen als solche zu erkennen und zu benennen sowie Handlungsmöglichkeiten gegen Antiziganismus zu erarbeiten. Dabei ist es uns wichtig nicht über Betroffene zu sprechen, sondern in Zusammenarbeit und Diskurs mit u.a. Sinti_ze und Rom_nja zu treten um gemeinsam gegen antiziganistische Zustände zu arbeiten.

Mit dem Projekt …

  • … wollen wir neue Teilnehmendengruppen erschließen und neue langfristige Kooperatio­nen eingehen.
  • … wollen wir von Antiziganismus betroffene Teilnehmende gewinnen und mit ihnen lang­fristige Kontakte aufbauen.
  • … wollen wir von Antiziganismus Betroffene motivieren, sich stärker miteinander auszu­tauschen und sich zu vernetzen.
  • … wollen wir von Antiziganismus Betroffene anregen, sich als aktiven Teil des Diskurses zu begreifen und diesen mitzugestalten.
  • … wollen wir eine Wahrnehmung in und Sensibilisierung der Öffentlichkeit erreichen und das NDC als kompetenten Ansprechpartner zu diesem Thema etablieren.

Zur Erreichung dieser Ziele werden wir in den nächsten fünf Jahren einen jährlich stattfindenden Kongress (2015: 24.7. bis 26.7.) veranstalten, der der Information, der Vernetzung und des gegenseitigem Austauschs dienen soll. Weiterhin erarbeiten wir Medienwerkstätten, an denen sich Jugendliche und junge Erwachsene zu ihren Träumen, Wünschen und Hoffnungen austauschen um schließlich den Einfluss von Antiziganismus auf ihre jeweilige Lebensrealität zu beleuchten. Die filmischen Ergebnisse der Medienwerkstatt möchten wir ab 2017 in einen Projekttag zum Themenbereich Antiziganismus fließen lassen. Dieser kann dann für interessierte Schulklassen angeboten werden.

Das Projekt “ZusammenWachsen” wird gefördert aus Mitteln der Bundesregierung im Progamm “Demokratie Leben!


Hier können Sie Kontakt zum NDC Saar aufnehmen und weitere Informationen erhalten.


Zahlen beziehen sich auf alle online-evaluierten Veranstaltungen im Saarland.
Aktuelle Termine 2017

Teamschulungen

03.04. - 09.04. TS-ABC
09.06. - 11.06. TS-GR      

Sonstige Termine

Derzeit keine geplant.         

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