Im Projekt „OWT – Ost-Westdeutsche Transformationsgeschichten und was sich daraus lernen lässt“ finden Interviews mit Menschen statt, deren Leben durch gesellschaftspolitische Veränderungen beeinflusst wurden. Ziel des Projektes ist es, durch die persönlichen Erfahrungsberichte und unterschiedlichen Perspektiven zu einem besseren Verständnis der Transformationsgeschichte in den Regionen Süd-West-Sachsen und Saar-Trier beizutragen.

Im Juli 2026 sind die ersten Interviews in der Region Süd-West-Sachsen gestartet. Insbesondere mit Blick auf die Zeit vor und nach 1989/90, aber auch auf weitere gesellschaftspolitische Veränderungen, erzählen die interviewten Personen aus ihrem Leben.
- Welche Einflüsse hatten derartige Veränderungen auf die individuellen Biografien?
- Wie haben sie sich auf das Sicherheitsempfinden der befragten Personen ausgewirkt?
- Welche Erfahrungen ähneln sich, welche scheinen eher persönlich zu sein?
- Was lässt sich aus all den Erzählungen und Perspektiven lernen?
Diesen und weiteren Fragen will das Projekt nachgehen. Die Interviews werden in einem Archiv gesammelt, damit auch künftig persönliche Erfahrungen und Perspektiven in die Auseinandersetzung mit Geschichte und historischen Ereignissen einfließen können. Ziel ist es zudem, ein Bildungskonzept zu entwickeln, welches Menschen über die genannten Themen in den Austausch und in ein besseres Verständnis füreinander bringt.
Fachliche Unterstützung holt sich das Projektteam durch Gespräche mit Expert_innen aus Wissenschaft und Praxis. Außerdem werden die Begleitangebote der Bundeszentrale für politische Bildung genutzt, wie beispielsweise die Praxiswerkstätten im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“, in dem das Projekt gefördert wird. In den Praxiswerkstätten kommen unterschiedliche geförderte Projekte zusammen, um ihre Erfahrungen auszutauschen. So konnten im Juni 2026 bei einem Treffen in Berlin aktuelle Fragen diskutiert werden, wie:
- Erreichen wir mit den Interviews auch Menschen, die bisher kaum über ihre Biografie und Erfahrungen mit der Zeit um 1989/90 oder mit regionalem Strukturwandel gesprochen haben?
- Wie schaffen wir es, durch unsere Interviews möglichst viele Perspektiven aufzuzeigen?
- Wie übertragen sich Erfahrungen auf die nächsten Generationen, insbesondere wenn es um den persönlichen Umgang mit gesellschaftspolitischen Veränderungen geht?
