Empathie, Teamfähigkeit und demokratische Haltung bei jungen Menschen stärken: Dafür setzen immer mehr Ausbildungsstätten in Sachsen auf die Bildungs- und Beratungsangebote des Projektes Sozialkompetenz für die Arbeitswelt (SKA). Die Nachfrage wächst seit Jahren, aber das ist neuer Rekord: Allein im ersten Halbjahr fanden über 100 Workshops, Fortbildungen und Vernetzungstreffen statt.

Die Angebote richten sich an Auszubildende und junge Menschen im Übergang von Schule zu Beruf und alle, die sie in ihrer Ausbildung begleiten: Ausbilder_innen im Unternehmen ebenso wie Berufsschulschullehrkräfte. Seit 2018 unterstützen wir diese mit Bildungs- und Beratungsangeboten.
Im ersten Halbjahr 2026 haben wir mit 104 Bildungsmaßnahmen sachsenweit 1729 junge Menschen in der Ausbildung erreicht. Mit Mechatroniker*innen im ersten Ausbildungsjahr sind wir ins Gespräch gekommen zum Umgang mit rassistischen Sprüchen im Pausenraum. Mit Jugendlichen im Berufsvorbereitungsjahr haben wir über eigene Diskriminierungserfahrungen gesprochen. Pflegefachkräften im zweiten Ausbildungsjahr stärkten wir mit Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfesystemen bei diskriminierenden Vorfällen am Arbeitsplatz.
Dazu fanden von Januar bis Juni 2026 sechs Fortbildungen für Ausbilder_innen statt, eine digitale Vernetzungsveranstaltung zur Werteorientierung in der Ausbildung und ein Fachaustausch für Medizinische Berufsfachschulen in ganz Sachsen. Hinzu kommen über 50 Vernetzungstreffen, Kooperationsgespräche und Beratungen. Gemeinsam finden wir Antworten auf solche Fragen: Was tun bei Diskriminierung im Ausbildungsalltag? Wie können demokratische Grundhaltungen bei jungen Menschen gestärkt werden? Wie reagiert man als Schule, wenn sich rechtsextreme Gruppen vor dem Schultor versammeln.
Courage für die Ausbildung
104
Workshops, Fortbildungen und Vernetzung
1.729
erreichte Teilnehmende
Alle
Landkreise und kreisfreien Städte
Sozialkompetenz für die Arbeitswelt (SKA) Veranstaltungen in Sachsen 2026 | Stand: 30.06.2026
Oft kommen Ausbildungsklassen in unseren Veranstaltungen überhaupt zum ersten Mal ins Gespräch über die Themen Diskriminierung, Rassismus, rechtsextreme Ideologien, Sexismus oder Queerfeindlichkeit. Im Ausbildungsalltag bleibt dafür oft wenig Zeit. Denn diese Themen sind nicht selten mit der Angst verbunden, nur nichts „Falsches“ zu sagen. Wir bekommen in Nachgesprächen das Feedback, dass die Diskussionen und die Impulse in den Ausbildungsklassen weit über den Workshop hinauswirken:
„An sich das Thema war so nötig und wichtig, vor allem in dieser Gruppe. Es war sehr cool mit euch darüber zu sprechen!“
Schriftliches Feedback der Teilnehmenden eines Workshops zu Vorurteilen und Diskriminierung im April 2026 in Westsachsen
Die 2026 erneut gestiegene Nachfrage nach unseren Bildungsangeboten macht aber auch deutlich: Rechtsextreme Jugendliche sind entweder mehr geworden oder äußern sich offener. Wir vermuten, dass von einer Mischung aus beidem auszugehen ist. Halten sich einzelne Überzeugte in unseren Workshops strategisch bedeckt, äußern sie ihre Haltung doch in kurzen Kommentaren oder Provokationen. Umso wichtiger ist die Haltung von Ausbilder_innen und Berufsschullehrkräften und ihre klare Positionierung gegen Menschenfeindlichkeit.
Die Vielzahl erfolgreich umgesetzter Bildungsmaßnahmen mit Auszubildenden und Fachkräften ist Ergebnis der beständigen vertrauensvollen Kooperationen des SKA-Projekts seit 2018. Das Projekt ist in der Berufsbildungslandschaft Sachsens bestens vernetzt. Unser Netzwerk entwickelt sich dynamisch: Immer kommen neue Aktive hinzu, die mithilfe des Projekts Ideen und Begleitung im Umgang mit gesellschaftspolitischen Herausforderungen an ihrer Ausbildungseinrichtung bekommen.
Möglich ist all das auch Dank dem freiwilligen Engagement unserer etwa 50 Teamenden – und einer Förderung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA).
